Ob du gerade dein Jus-Studium beginnst, mittendrin steckst oder schon im Berufsleben angekommen bist: Es gibt Phasen, in denen man sich fragt, ob man eigentlich weiß, wo es hingehen soll. Zwischen Gesetzestexten, Deadlines, Prüfungen, Mandaten oder Kanzleialltag ist es leicht, den Fokus zu verlieren. Und wenn andere scheinbar zielstrebig auf ihre Karriere zusteuern, fühlst du dich vielleicht, als würdest du nur von To-do zu To-do hetzen.
Aber genau hier liegt die Kraft von persönlichen Zielen – nicht als perfekter Karriereplan, sondern als innerer Kompass, der dir hilft, deinen Weg bewusster zu gestalten. Ganz gleich, ob du noch studierst oder bereits als Juristin im Berufsalltag stehst.
Als ich im zweiten Semester meines Jus-Studiums saß…
…fühlte sich alles riesig an. Der Stoff. Die Prüfungen. Die Kollegin, die schon wusste, dass sie Richterin werden wollte – und ich? Ich wusste gerade mal, wo die Bibliothek ist.
Damals hätte ich nie gedacht, dass es völlig okay ist, (noch) keinen Plan zu haben. Aber was ich gelernt habe – und was ich dir mitgeben möchte – ist: Ziele müssen nicht endgültig sein. Aber sie bringen dich in Bewegung.
Gerade in einem Bereich wie dem juristischen, der viel Eigenverantwortung, Ausdauer und Struktur erfordert, helfen dir Ziele dabei, dich nicht in der Komplexität zu verlieren. Es geht nicht darum, schon zu Beginn zu wissen, wo du in zehn Jahren sein wirst. Sondern darum, dir kleine Anker zu setzen, die dich durch den Alltag tragen – im Hörsaal genauso wie im Büro oder Gerichtssaal.
Ich habe Juristinnen getroffen, die im Studium sagten: „Ich will mal Führung übernehmen.“ Einige wurden Partnerinnen, andere gründeten Startups oder wechselten in Politik und NGOs. Nicht, weil sie den perfekten Plan hatten – sondern weil sie eine Richtung kannten und unterwegs den Mut hatten, Kurskorrekturen vorzunehmen.
Im Studium:
Im Berufsalltag:
Ziele sind kein Korsett – sie sind ein Kompass. In einer juristischen Laufbahn, die so viele Wege und Rollen bietet, helfen dir Ziele, deinen Platz zu finden – nicht sofort, aber Schritt für Schritt. Sie geben Orientierung in einem Fach, das viel Raum lässt, aber wenig konkrete Vorgaben macht. Und manchmal ist genau dieser Kompass das, was dich davor bewahrt, dich selbst aus den Augen zu verlieren.
Nadine ist Team-Lead am Paragraphinnen-Standort in Salzburg. Sie ist Rechtsanwaltsanwärterin in einer Kanzlei in Salzburg und studiert berufsbegleitend Wohn- und Immobilienrecht.
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