Die Vorbilder-Reihe für die moderne Anwältin: Im Gespräch mit Mag. Ulrike Pöchinger
Es ist rückblickend schwierig, konkrete Skills mit konkreten Karrierestationen zu verknüpfen. Was mich mein bisheriger Karriereweg aber gelehrt hat, ist eine schnelle Anpassungsfähigkeit an teilweise ganz unterschiedliche Umfeldanforderungen – das Europäische Parlament funktioniert ganz anders als ein großes Unternehmen. Die so erworbene Fähigkeit, mich schnell in alle Aspekte einer neuen Mandantensituation hineinzudenken, hilft mir im Kanzleialltag enorm.
Der öffentliche Sektor gibt einem berufliche und wirtschaftliche Sicherheit, allerdings sind die persönlichen Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt. Als selbstständige Rechtsanwältin habe ich diese Sicherheit nicht, dafür aber auch keine systembedingte „gläserne Decke“. Diese Herausforderung hat mich damals gereizt und sie tut es bis heute.
Es ist eine Frage der Organisation und der persönlichen Lebensumstände. Mein Mann ist ebenso wie ich selbstständig, das erleichtert die Zeiteinteilung natürlich. Zudem verfüge ich über eine sehr strukturierte Persönlichkeit. Das heißt, ich schreibe das Drehbuch für den Familienalltag und dann haben alle Beteiligten die ihnen zugeteilte Rolle zu spielen. (lacht)
Es gibt zu jedem Zeitpunkt etwas das gerade dagegen spricht. Natürlich sollten die Umstände nicht völlig unpassend sein. Wer aber auf den perfekten Zeitpunkt wartet, der wird nie Kinder haben.
Wirtschaftsstrafrecht ist letztlich ja auch Strafrecht. Mich reizt einfach die Herausforderung an der Schnittstelle von Wirtschaft und Recht zu arbeiten.
Die dahinterstehenden juristischen Mechanismen sind ja die gleichen, egal ob es sich um Wirtschaftsstrafrecht oder eine andere Fachrichtung handelt. Aber natürlich: man muss sich als Anwältin im Bereich Wirtschaftsstrafrecht erstmal ein grundlegendes Verständnis für ökonomische Zusammenhänge und wirtschaftliche Realitäten erarbeiten. Das ist einerseits herausfordernd, hat mir andererseits aber auch große Freude bereitet.
Eine profunde juristische Ausbildung, Freude am Umgang mit Menschen und die Fähigkeit sich schnell in neue Situationen hineinzudenken. Natürlich sollte man auch nicht auf den Mund gefallen sein.
Die Mandanten müssen zu jedem Zeitpunkt das sichere Gefühl haben, dass ihre Anliegen kompetent und auch mit der nötigen Vehemenz vertreten werden. Diese Anforderung an den Anwaltsberuf gilt aber für Frauen und Männer gleichermaßen.
Ich bin primär meinen persönlichen Interessen gefolgt und habe mich daher auf die Bereiche Wirtschaftsstrafrecht, Familien- und Aufenthaltsrecht spezialisiert. Zudem bin ich staatlich zertifizierter Compliance-Officer. Als Anwaltsboutique, also als eine extreme Eingrenzung auf nur ein Themengebiet, würde ich das nicht bezeichnen. Ich nehme durchaus eine breite Palette an anwaltlichen Aufgaben wahr.
Eignen Sie sich ein hervorragendes juristisches Wissen an und verkaufen Sie es niemals unter Wert.
Mag. Ulrike Pöchinger ist selbstständige Rechtsanwältin in Wien. Sie ist auf allgemeines Zivilrecht, Familienrecht, Strafrecht und Fremdenrecht spezialisiert. Vor ihrer Tätigkeit als Rechtsanwältin war sie unter anderem im Europäischen Parlament, in Ministerkabinetten und als Unternehmensjuristin tätig.
Alle Infos unter www.poechinger.at
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.