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10 Praxistipps für die Rechtsanwaltsprüfung – kompakt und erprobt

Die Rechtsanwaltsprüfung ist anspruchsvoll, aber mit der richtigen Strategie gut zu bewältigen. Unser kompakter Praxisleitfaden liefert erprobte Tipps für Planung, Prüfungsvorbereitung und mehr Sicherheit am Prüfungstag.

Die Rechtsanwaltsprüfung (RAP) gehört zweifellos zu den intensivsten Etappen auf dem Weg zur Rechtsanwältin. Viele von uns kennen das Gefühl: der Kalender läuft rückwärts, der Stoff scheint endlos, und irgendwo dazwischen versucht man, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Gleichzeitig gilt: Mit der richtigen Strategie ist die RAP absolut machbar. Um Euch das „Wie“ ein wenig zu erleichtern, haben wir nachstehend persönliche Erfahrungen und Empfehlungen aus der Praxis zusammengestellt. Sie richten sich an Studentinnen, angehende Rechtsanwaltsanwärterinnen und alle, die sich auf die RAP vorbereiten und pragmatische, erprobte Strategien suchen:

 

  1. Plane rückwärts – und realistisch

Starte mit dem Fixpunkt: dem Termin der schriftlichen Prüfung. Plane rückwärts und lege klare Lernphasen, Pausen und Wiederholungsblöcke fest.

 

  1. Wissen, wer prüft

Informiere Dich gezielt über Deine Prüfungskommission und stelle Dich gemeinsam mit Deiner/Deinem Prüfungspartner:in bei den Mitgliedern vor, um einen ersten Überblick über Spezialisierungen, typische Prüffelder und fachliche Schwerpunkte zu erhalten. Aber auch der Austausch mit Kolleg:innen, die dort bereits angetreten sind, ist Gold wert.

 

  1. Altfragen nutzen – besonders jene Deiner Kommissionsmitglieder

Frage bei der „Interessengemeinschaft der Rechtsanwaltsanwärter:innen Tirols“ (IGRAA) nach den vorhandenen Altfragenkatalogen (insbesondere zu Deinen Prüfungskommissionsmitgliedern) und nutze diese intensiv für Deine Vorbereitung.

 

  1. Expertenrat einholen

Wende Dich mit (offenen) Fragen zu Themenschwerpunkten Deiner Prüfungskommission an auf diese Bereiche spezialisierte Kolleg:innen oder Rechtsanwält:innen Deiner Kanzlei. Wissen wird gerne geteilt – nutze das!

 

  1. Kontrollfragen an Dich selbst

Überprüfe erlerntes Fachwissen durch gezielte Fragestellungen an Dich selbst, als wärst Du Deine eigene Prüferin. Das schärft das Verständnis und deckt Wissenslücken rasch auf.

 

  1. Theorie + Praxis = Verankerung

Verknüpfe Themenbereiche mit Fällen aus Deiner Praxis. Das macht Inhalte nicht nur leichter merkbar, sondern vermittelt ein prüfungsfestes Verständnis.

 

  1. Die schriftlichen Prüfungen unter Realbedingungen trainieren

Lernstress fühlt sich anders an als Prüfungsstress. Simuliere daher die schriftlichen Prüfungen so realitätsnah wie möglich und unter Echtzeit-Bedingungen: Zeitlimit, Struktur, Hilfsmittel etc.

 

  1. Formelle Grundlagen festigen

Wiederhole den systematischen Standardaufbau sowie typische Formulierungen und Textbausteine (Schriftsatzstruktur, Rechtsmittelaufbau, Anträge etc.). Je automatisierter diese Grundlagen abrufbar sind, desto mehr Fokus bleibt für den eigentlichen Fall. Dies gibt Dir in den schriftlichen Prüfungen Sicherheit und spart Zeit.

 

  1. Simuliere das Prüfungsgespräch

Verabrede Dich mit Deiner/Deinem Prüfungspartner:in, mit Kolleg:innen oder Rechtsanwält:innen aus Deiner Kanzlei, um ein Prüfungsgespräch unter realistischen Bedingungen durchzuspielen. Das strukturierte Ausformulieren von Antworten schärft Präzision und Reaktionsfähigkeit – und sorgt für zusätzliche Sicherheit.

 

  1. Nimm Druck raus: Diese Prüfung ist fordernd – aber machbar

Ja, die RAP ist anspruchsvoll, doch mit pragmatischer Vorbereitung und Vertrauen in Deine Fähigkeiten ist sie auf jeden Fall zu meistern.

 

Zu guter Letzt…

Diese Tipps stammen aus dem Erfahrungsschatz unserer Kolleg:innen, die ihre Rechtsanwaltsprüfung bereits erfolgreich absolviert haben.

Wir hoffen, Euch damit bestmöglich auf Eurem Weg zur RAP zu unterstützen.

Denkt daran:

 

Ihr seid gut vorbereitet – und Ihr schafft das!

Mag. Andrea Pegger, BSc.

Mag. Andrea Pegger, BSc. ist seit 2021 Rechtsanwältin und Partnerin bei GPK Pegger Kofler & Partner. Als Expertin für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht sowie M&A gehört sie zur jungen Führungsgeneration der Kanzlei. Ihre internationale Erfahrung teilt sie zudem als Lehrbeauftragte, unter anderem am Management Center Innsbruck. Bereits 2018 trat sie, nachdem sie einen Teil ihrer Ausbildung in Wien absolvierte, zunächst als Rechtsanwaltsanwärterin in die Kanzlei ein – und kennt daher beide Perspektiven des Kanzleialltags.

Mag. Jana Schroll

Mag. Jana Schroll unterstützt das Team von GPK Pegger Kofler & Partner seit 2022 als Rechtsanwaltsanwärterin. Im November 2024 hat sie ihre Rechtsanwaltsprüfung erfolgreich abgelegt, sodass ihr die Herausforderungen der Prüfungsphase noch bestens vertraut sind. Bei GPK liegen ihre Schwerpunkte im Unternehmens- und Gesellschaftsrecht sowie im allgemeinen Zivilrecht.